Zurück nach Auckland

25.09.2019 – Heute Morgen stand ich schon früh auf, um meinen Rucksack zu packen, mich zu duschen und ordentlich zu frühstücken – wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder etwas zu essen bekomme 😛 Gegen Mittag kam dann Val, eine Freundin von Josie, mit der wir gemeinsam nach Kawakawa fuhren, um uns dort die Stadt anzugucken und von wo aus ich dann weiter nach Whangarei trampen wollte.

Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir die Stadt und besichtigten die öffentlichen Hundertwassertoiletten, die 1999 eröffnet wurden. Mehr brauche ich Euch nicht über meinen Aufenthalt in den Toiletten zu erzählen 😀

Danach besuchten wir ein kleines, aber dennoch spannendes Museum, das mit allerlei Antiquitäten vollgestopft war. Unter anderem einer Druckerpresse, alten Zeitschriften und etwas, mit dem alte Menschen früher mal kommuniziert haben 😛

Nach einem schnellen Mittagessen hieß es dann Abschied nehmen 😥 Ich bedankte mich noch einmal bei Josie für diese geniale Zeit, mich mit in den Norden zu nehmen, mir den Norden zu zeigen und für die unvergesslichen Momente und Gespräche mit ihr (DANKE Josie <3)

Und dann lief ich los – entlang des State Highway 1 – den Lärm der rasenden Autos in meinen Ohren, bis ich eine passende Stelle zum Trampen gefunden hatte. Ich hatte Glück! Nach etwa 5 Minuten hielt ein Auto und ein Maori-Regierungsmitglied nahm mich mit nach Whangarei. Wir sprachen über das Reisen in Neuseeland, Trampen und über Sport 🙂

Angekommen im Hostel, machte mich Martin, der Hostelhost, zunächst mit der gesamten Umgebung vertraut. Daraufhin entschied ich mich zu den nahe gelegenen Whangarei Falls zu laufen und die letzten Strahlen der Nachmittagssonne zu genießen.

Nach meinem kleinen Ausflug lernte ich dann Belen, eine 28 jährige Chilenin, die nach 5 Monaten Sprachkurs nun das Land bereist, und Marc, einen 19 jährigen Abiturienten mit einem 1,1-er Schnitt kennen (da war ich schon ein bisschen neidisch 😛 ). Zusammen verbrachten wir den Abend damit Cambio und Schwimmen zu spielen.

26.09.2019 – Nachdem Marc, Belen und ich abgesprochen hatten, dass wir am Nachmittag gemeinsam die Abbey Caves erkunden würden, machte ich mich auf den Weg ins Zentrum von Whangarei. Die Wanderstrecke sollte etwa zwei Stunden dauern und einem Flusslauf folgen.

Das erste Highlight war das Öffnen meiner Müsliriegelpackung 😀 Denn anstatt sechs leckeren und Kraft gebenden Riegeln, fand ich dort sieben ❤

Ich kam wieder am Wasserfall vorbei, und folgte kilometerlang dem Fluss, umgeben von den unterschiedlichsten Pflanzen, bis ich zum zweiten Mal in Neuseeland durch einen Kauriwald laufen durfte. Hier bestaunte ich erneut die immens hohen und durch ihre Rinde hervorstechenden Kauri-Bäume, die in den letzten Jahrhunderten so viel Schmerz und Rodungen erleiden mussten.

Nach dem Waldstück ging es dann unzählige Treppenstufen hinauf auf einen Berg, von dem man ganz Whangarei betrachten konnte – trotz der vielen Wolken eine wirklich atemberaubende Aussicht 🙂

In Whangarei angekommen besuchte ich zunächst einen größeren Supermarkt und fand rein zufällig die hiesige C3 Church 😀

Zwei Stunden später fuhren Marc, Belen und ich mit Taschenlampen bewaffnet zu den Abbey Caves. Bereits vor den Höhlen sah die Landschaft, durch die Felsen und Bäume, sehr abenteuerlich aus 😀 Den ersten Eingang gefunden, stürzten wir auch schon in die Höhle. Nein wirklich, wir sind fast in die Höhle gefallen, weil die Steine so glitschig waren 😛

Taschenlampen an und auf geht’s. Zunächst über die Steine und schließlich durch eiskaltes Wasser klettern wir immer weiter in die Höhle hinein. Und als wir dann unsere Lichter ausmachen, dachten wir, der Sternenhimmel scheint direkt über uns… Die ganze Decke war voll mit Glühwürmchen und diese leuchteten in einem wunderschönen Grün die Wände und das Wasser an. Wir saßen minutenlang still da und starrten fasziniert an die Decke.

Als wir dann weiter klettern wollten, entschied sich Belen, zurück zu bleiben, während Marc und ich bis ganz ans Ende klettern wollen. Nach etwa fünf Minuten ging meine Taschenlampe aus und wollte auch nicht mehr angehen – wer denkt denn auch daran Ersatzbatterien mitzunehmen 😀

Zum Glück hatte ich ja noch mein Handy mit 13% Akkuladung dabei 😛 So schafften wir es dann auch bis ans Ende der Höhle, wo allerdings kein Schatz auf uns wartete, sondern nur ein paar rote Markierungen. So kletterten wir leicht enttäuscht wieder zurück und wateten durch das eiskalte Wasser zurück zum Ausgang. Einen kurzen Schockmoment gab es dann doch, als wir realisierten, dass das Wasser um gute 40 Zentimeter angestiegen war.

Draußen angekommen trafen wir Belen wieder und so gingen wir gemeinsam zurück zum Auto. Jedoch nicht, ohne zuvor einen merkwürdig aussehenden Baum zu finden (erinnert er Euch auch an ein Pokémon? 😀 )

27.09.2019 – Ich hatte mich entschieden zusammen mit Belen nach Auckland zu fahren und dort nach Arbeit zu suchen, um mein leeres Konto endlich aufzufüllen. So verabschiedeten wir uns von Marc und begannen die zwei stündige Fahrt nach Auckland.

Auf der Fahrt kamen wir auf das Thema Glauben und Gott und während sie mir erzählte, dass in Südamerika viele Menschen aufgrund der Missbrauchsvorfälle in der katholischen Kirche nichts mehr mit Gott zu tun haben wollen, erzählte ich ihr viel über die Pfingstler und beantwortete viele Fragen, die sie mir zum Glauben und zu scheinbaren Ungerechtigkeiten stellte.

So konnte ich einige falschen Vorstellungen korrigieren und sie wirklich, durch das was ich erzählte, für den Glauben und die Pfingstler begeistern 🙂 In Auckland angekommen verabschiedeten wir uns dann und sie fuhr nach Süden weiter, während ich mich in das günstigste Hostel in Auckland einbuchte.

Dort angekommen traf ich dann den Uruguayer Nicolás kennen. Zusammen probierten wir eine Restaurantempfehlung von Josie aus und tauschten uns über unsere Zeit in Neuseeland aus. Ich erfuhr, dass er bereits 8 Monate in Neuseeland gearbeitet hatte und sich nun für eine Arbeitsgenehmigung in Neuseeland beworben hatte.

Nach dem Essen entschieden wir dann feiern zu gehen und während wir uns nach geeigneten Clubs erkundigten, erzählte mir Nicolás, dass er schwul war. Im ersten Moment war ich etwas verlegen, weil ich nicht einordnen konnte, ob er es zum Spaß gesagt hatte, doch als er es beteuerte, glaubte ich ihm.

Wir machten schlussendlich nur einen zweistündigen Spaziergang durch Auckland, da kein Club richtig voll war. Dennoch hatten wir eine großartige Zeit und uns jede Menge zu erzählen 😀

Das Highlight des Tages war aber die riesige Demonstration von Fridays For Future, die langsam durch die riesige Hauptstraße von Auckland zog und ziemlich beeindruckend war…

Zweite Woche in Kerikeri

18.09.2019 – Nach so einem abenteuerreichen Tag, war dann erstmal Ausruhen angesagt. Josie und ich verbrachten also tatsächlich den gesamten Tag im Wohnzimmer, lasen in unseren Lektüren und genossen am Nachmittag den kurzen Spaziergang über das Grundstück.

19.09.2019 – Hatten wir den gestrigen Tag nur auf der faulen Haut gelegen, entschieden wir heute einen weiteren Tagestrip zu unternehmen 🙂 So machten wir uns am frühen Mittag auf nach Opononi, allerdings nicht bevor ich die köstlichen „Hackfleisch-Käse-Pies“ probiert hatte.

Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir dann den Opononi-Beach und führten die Hunde aus. Josie hatte mir auf der Fahrt berichtet, dass dies eine Maori-Gegend ist und man hier etwas aufpassen muss. Allerdings grüßte uns jeder Maori, dem wir begegneten, freundlich und ich fühlte mich in keinster Weise unwohl.

Nach dem Spaziergang brachte Josie mich dann nach Omapere, damit ich eine kurze Strecke zu einem Aussichtspunk machen konnte. Statt den vorgegebenen Weg zu nehmen schlug ich mich allerdings durchs Gebüsch und fand einen Kiesstrand, der unglaubliche Blicke und traumhafte Bilder ermöglichte. Danach ging es dann wieder durchs Gebüsch einen kleinen Berg hoch und ich fand wieder eine traumhafte Stelle, an der ich ganz alleine die Natur genießen konnte 😀

Schlussendlich kam ich dann auf den Wanderweg, der viel atemberaubender, als der eigentliche Aussichtspunkt war. Dort angekommen legte ich mich dann auf eine Bank und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut.

Irgendwann hieß es dann allerdings wieder umdrehen und zurück zum Wagen. Dort fand ich Josie, wie so häufig, in einem Gespräch mit einem Fremden, diesmal ein Amerikaner, der nach Neuseeland gesegelt war, vor.

Auf der Rückfahrt hatte Josie vorgeschlagen, dass Stefan und Claire, die wir an den Sanddünen kennengelernt hatte, uns doch in Kerikeri besuchen konnten und mit ihrem Campervan auf dem Rasen campen könnten.

20.09.2019 – Diesen Vorschlag hatten Stefan und Claire gerne angenommen und erreichten uns auch schon am Vormittag. Zunächst tauschten wir unsere Erlebnisse der letzten Tage aus und berieten uns anschließend über die restliche Tagesplanung. Aufgrund des schönen Wetters entschieden wir uns für die Rainbow Falls und den Kerikeri River Track, den ich bereits gewandert war.

Dort angekommen, entschied ich mich diesmal hinter den Wasserfall zu klettern und so fanden Stefan und ich uns einige Minuten später in einer moosigen Höhle wieder. Claire schaffte es leider nicht ganz bis zu uns, da die Felsen einfach zu glitschig waren.

Als wir nach einigem Staunen und einigen Fotos wieder zurückgeklettert waren entschied ich mich zu der total verrückten Idee in den Wasserfällen zu schwimmen. Ich sprang also in Badehose in das eiskalte Wasser und war auch innerhalb von einer Minute wieder draußen – nun war ich zumindest richtig wach 😀

Nachdem ich wieder trocken war und wir die Rainbow Falls aus nächster Nähe betrachtet hatten, machten wir uns auf den Weg zum Kororipo Park. Unterwegs unterhielten wir uns über Reisen, Arbeiten, Schule, Studium, Alkohol, Feiern und unzählige andere Themen. Es waren echt spannende Gespräche und viel früher als beim letzten Mal erreichten wir den Park. Wir besichtigten den Stone Store und sahen uns das Kemp House an.

Um den ereignisreichen Tag abzurunden gab es am Abend Pizza und wir gingen müde und gesättigt ins Bett.

21.09.2019 – Stefan und Claire hatten entschieden weiter nach Russel zu fahren und ihre Tour nach Auckland fortzusetzen. Doch vorher wollten wir gemeinsam den Puketi Forest besichtigen. So starteten wir alle gemeinsam in Josie’s Auto gequetscht in Richtung Norden.

Nachdem ich die riesigen Kauri Trees gesehen und die Geschichte gelesen hatte wurde mir etwas mulmig zumute, denn die Europäer hatten beinahe die gesamte Waldfläche Neuseelands gerodet. Es waren nur noch drei Prozent der früheren Kauri Bäume übrig… Zahlen, die zum Nachdenken anregen (sollten).

Als wir dann wieder zu Hause waren verabschiedeten wir Stefan und Claire, die nun gestärkt und mit frisch gewaschenen Klamotten weiterfuhren 🙂

Für mich endete der Tag vor dem Fernsehr, als ich mir mein erstes Rugbyspiel anschaute. Die All Blacks (das neuseeländische Rugbyteam) spielte gegen Südafrika. Ich muss zugeben, dass ich die erste Halbzeit nicht viel vom Spiel verstand. Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit begann ich die Spielzüge der Mannschaften nachvollziehen zu können und plötzlich wurde das Spiel richtig spannend.

Am Ende gewannen die All Blacks souverän das Spiel und wir fielen um eins ins Bett.

22.09.2019 – Aufgrund des späten Spiel hatte ich heute erstmal ausgeschlafen und einen weiteren Tag im Sessel vor dem Kamin verbracht. Am Abend machte Josie allerdings legendären Fisch, zusammen mit Bratkartoffeln und ich steuerte einen nicht minder guten Salat bei 😀

23.09.2019 – Heute ging es zum Karikari Peninsula (also der Karikari Halbinsel). Dort fuhren wir zu vier Stränden und jeder war auf seine eigene Weise wunderschön. Irgendwie ist das in Neuseeland anders als in Norddeutschland 😀 (kleiner Spaß, zu Hause ist auch ganz schön 😛 )

Am besten schaut Ihr Euch einfach die Bilder an.

24.09.2019 – Heute wollten wir eigentlich zu den Hot Pools in Ngawha Springs, doch es sollte den ganzen Tag regnen und so entschied ich mich dafür die Zeit zu nutzen und überflüssigen Ballast loszuwerden. Ich räumte also meine gesamten Rucksack aus und überlegte, was ich wirklich brauchte. So hatte ich am Ende des Tages bestimmt zwei Kilo gespart.

Außerdem plante ich, wie es jetzt weitergehen sollte. Ich hatte mich entschieden nach Whangarei zu trampen und von da dann weiter nach Auckland zu reisen, um mir Arbeit zu suchen.

Nach einem produktiven Tag trafen wir uns mit drei von Josie’s Freunden und aßen am letzten Abend wieder im Burger Fiasko. Wir hatten eine Menge Spaß und die Burger waren wieder unglaublich gut 😀

Das Highlight der Woche:

Am Freitag (20.09.) hatte ich mir vorgenommen am Vormittag Tannenzapfen zu sammeln. Die Besitzerin des Hauses nutzt diese immer für den Kamin und ich wollte mich so erkenntlich für die Gastfreundschaft zeigen. So machte ich mich also mit einem Korb, meinem Handy und Kopfhörern bewaffnet auf zum Waldstück. Dafür musste ich durch eines der Wiesen, auf denen die Stiere grasten.

Beim Betreten schaute ich mich bereits um, konnte sie jedoch nicht entdeckten. Als ich dann auf der Hälfte vertieft in mein Handy angekommen war, drehte ich mich plötzlich ohne Grund um – und was ich sah, ließ mein Herz für einen kurzen Augenblick still stehen. Die fünf 250 kg schweren Stiere wetzten den Hügel hinunter auf mich zu. Ich brauchte keine Sekunde, um mich umzudrehen und den Hügel hinunter Richtung Zauntor zu rennen. Dabei fiel ich hin, drehte mich um und sah, dass die Stiere schon ganz nahe waren. Ich sprang also auf, rannte die letzten Meter zum Zauntor, schmiss den Korb und mein Handy rüber und sprang…

Auf der anderen Seite brauchte ich dann erst einmal eine Minute, um mich zu beruhigen. Als ich mich dann umdrehte, standen da alle fünf Stiere direkt am Zaun und schnaubten. Doch das Tor war verschlossen und ich war sicher.

Was ein Erlebnis!

Kerikeri und der Norden

13.09.2019 – Am Freitag heißt es dann erst einmal ausruhen. Nach einem leckeren Frühstück und einigen Streicheleinheiten für die zwei süßen, kleinen Hunde, setzte ich mich also ins Wohnzimmer und lese entspannt in meinem Buch weiter, während der wärmende Kamin leise hinter mir knistert. Am Nachmittag machen Josie und ich dann einen Spaziergang mit den Hunden über das etwa vier Hektar große Grundstück, das aus vier großen Weideflächen, auf denen fünf Stiere grasen, einem kleinen Waldstück und dem riesigen Haus besteht.

Ziemlich beeindruckt und erschöpft warte ich dann gemeinsam mit Josie auf Jenny und Robin, ein befreundetes Ehepaar, das übers Wochenende zu Besuch kommt. Gegen Abend erreichen uns die beiden dann und nach einem kurzen Gespräch über Deutschland und meine Reise durch Neuseeland entscheiden wir uns den Faulenzertag mit leckeren Burgern und frittiertem Blumenkohl – müsst Ihr ECHT mal probieren – ausklingen zu lassen.

14.09.2019 – Am Samstagmorgen führte uns unser Weg dann zum lokalen Wochenmarkt, auf dem regionales Gemüse, Obst und Muscheln sowie deutsches Brot und deutsche Bratwurst angeboten wurden… Typisch neuseeländisch halt 😀 Nachdem wir uns alles angeschaut hatten und sich der Rest der Gruppe ordentlich vollgegessen hatte, ging es entlang der Küste nach Norden zum Saint Paul’s Rock in Whangaroa. Diesen kleinen, doch sehr spektakulären Berg erklimm ich alleine und genoss die fantastische Aussicht von oben auf die Küste und die umliegende Landschaft, während sich die Anderen einen Kaffee und Kuchen gönnten 😊

Von Whangaroa ging es dann nach Mangonoui, einem weiteren Küstendorf, wo man fantastische Fish and Chips essen kann, was ich auch gleich zum aller ersten Mal tat. Und scheinbar in einem der besten Fish and Chips Shops auf der Nordinsel, wenn man Josies Worten glauben darf 😉

Nach einem erlebnisreichen Tag traf ich dann am Abend Tim und Max in Kerikeri und während wir im selben Burgerrestaurant wie am Vorabend, die köstlichen Burger genossen, erzählten mir die beiden von ihrem Kifferhostel, in dem scheinbar niemand arbeitet und alle nur Netflix gucken oder rumhängen – so kann man natürlich auch sein teures Auslandsjahr genießen…

15.09.2019 – Nach einem erholsamen Schlaf ging es gleich ereignisreich weiter. So fuhren wir sonntagfrüh mit Robin zum nahegelegenen Matauri Bay und genossen die frische Meeresluft und die atemberaubende Aussicht. Auf dem Weg nach Hause hielten wir an einem Plateau und genossen den Ausblick auf den gesamten Matauri Bay (das war wirklich faszinierend 😊). Am Nachmittag versuchten Josie, Jenny und Robin dann mir das Kulturkartenspiel500“ beizubringen, weil sie meinten, dass es in ganz Neuseeland gespielt wird. Naja, schlussendlich erntete ich sogar eine Menge Lob für meine schnelle Auffassungsgabe und mein Spielverständnis 😀 trotzdem verlor ich immer wieder 😛

16.09.2019 – Nach der Abfahrt von Jenny und Robin wollte ich dann mal etwas alleine unternehmen. Also entschied ich mich, die Rainbow Falls zu besuchen und den Kerikeri River Track zu wandern. Josie brachte mich also zu den Rainbow Falls, die den Start der Wanderstrecke markierten. Der Wasserfall war wirklich beeindruckend und ich verbrachte bestimmt eine halbe Stunde nur um ihn aus allen möglichen Blickwinkeln zu betrachten 😀

Dann machte ich mich auf, den etwa eineinhalbstündigen Track zu wandern. Mir begegnete eine bezaubernde Natur, die voller Leben und verschiedenster Geräusche war. Immer wieder bot sich die Gelegenheit einige Fotos zu machen und in sich zu kehren, um einfach mal in die Natur zu horchen. Gegen Mittag erreichte ich dann den Kororipo Park am Ende des Tracks, wo ich mir den Stone Store und das älteste Gebäude Neuseelands – das Kemp House – anschaute.

17.09.2019 – Heute stand eine Tagestour zum Cape Reinga, dem nordwestlichsten Punkt Neuseelands, an. Dafür standen wir extra früh auf, setzten die Hunde ins Auto und fuhren los. Unser erster Zwischenstopp war in Taipa, wo wir und die Hunde uns etwas die Beine vertreten konnten. Dann ging es weiter Richtung Norden zum 90 Mile Beach, der eigentlich nur 55 Meilen lang ist. Dennoch war dieser endlos scheinende Strand echt beeindruckend.

Gegen Mittag kamen wir dann endlich am Cape Reinga an und voller Begeisterung lief ich einen kleinen Hügel hoch und fühlte mich total frei, ich sah das Meer direkt vor mir und die gebirgige Landschaft um mich herum. Ein paar tiefe Atemzüge und unzählige Fotos später stand ich dann gemeinsam mit Josie am Leuchtturm und sah, wie der Tasmansee und der Pazifische Ozean vor meinen Augen aufeinandertreffen.

Dann ging es zurück zum Auto und zu den zwanzig Kilometer entfernten Sanddünen, wo ich Sandboarding ausprobieren wollte. Ich mietete mir also ein Sandboard und machte mich zusammen mit Josie daran, die meterhohen Sanddünen zu erklimmen. Kein Spaß sage ich Euch 😀 Endlich oben angekommen, schoss ich auch schon den ersten Abhang hinunter. Unten angekommen wollte ich sofort nochmal – allerdings heißt „sofort“ hier etwa zwei Minuten bergauf laufen später. Wieder unten angekommen lernte ich Stefan und Claire kennen, sie waren mit Josie ins Gespräch gekommen und hatten mir bei meiner holprigen Abfahrt zugeschaut 😊

Stefan kam aus Bayern und Claire aus Frankreich. Gemeinsam hatten sie bereits Australien bereist und hatten auch schon große Teile von Neuseeland gesehen, obwohl sie insgesamt sechs Monate gearbeitet hatten, um sich im nächsten Jahr Südasien anzuschauen. Wir verstanden uns ziemlich gut und als Josie sich auf den Rückweg zum Auto machte, um nach den Hunden zu schauen, blieb ich mit den beiden zurück und wir düsten gemeinsam die Dünen hinunter bis wir irgendwann erschöpft die Boards zurückbrachten und uns verabschiedeten. Allerdings nicht ohne vorher noch Nummern auszutauschen.

Wiedersehen in Paihia

09.09.-12.09.2019 – Am Montagmorgen sollte es also losgehen. Mit vollgepackter Tasche saß ich im Wohnzimmer und frühstückte ein letztes Mal am Esstisch der Hamm Familie zusammen mit Claire und Johnny. Tasha war bereits in der Schule und es hatte nur für ein kurzes “Bye“ gereicht. Nachdem wir aufgegessen hatten umarmten wir uns und Andy brachte die Kinder zur Schule. Ich verabschiedete mich noch von Kathie und stieg zu Josie ins Auto. Ein letzter Blick zurück und ich wusste, dass ich das hier für längere Zeit, ja vielleicht sogar nie wiedersehen würde 😥 Auf der anderen Seite hieß das allerdings auch, dass ich mich nun ins Abenteuer stürzen konnte.

Während der Fahrt lernten Josie und ich uns besser kennen und ich merkte sehr schnell, dass obwohl sie 70 Jahre alt war, ihre Lebenseinstellung der einer Jugendlichen glich 😊 Sie erzählte mir viel über ihre Reise durch Europa und ich erzählte ihr viel über meine Ideen zur Reise durch Neuseeland. Nach etwa drei Stunden erreichten wir Whangarei und machten eine Mittagspause.

Einen leckeren Steakburger und eine heiße Schokolade später, machten wir uns wieder auf den Weg nach Kerikeri 😛 Unterwegs schrieb ich mit Max und erfuhr, dass er und Tim im 15 Minuten entfernten Paihia untergekommen waren und in den nächsten Tagen nach Kerikeri wandern wollten. So entschloss ich mich sich ihnen anzuschließen und gemeinsam mit ihnen die Wanderung zu bestreiten. Und zudem hatte ich sie nun seit rund 2 Wochen nicht gesehen 😀 So landete ich in Paihia und verabredete mit Josie, dass ich in drei Tagen nach Kerikeri nachkommen würde, um dann gemeinsam mit ihr im Haus ihrere Freundin zu bleiben.

Da Tim und Max einen Tagestrip nach Waitangi unternommen hatten, traf ich die beiden erst abends im Hostel und wir ließen den Abend in einer kleinen Runde mit einer Menge Spaß ausklingen. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich nach Kerikeri aufbrechen… Doch unser Plan zerschlug sich aufgrund eines nicht enden wollenden Regenschauers. Wir entschieden also uns noch eine Nacht zu verlängern und am Mittwoch nach Kerikeri aufzubrechen und den Tag im Bett zu bleiben und uns richtig auszuschlafen.

Eigentlich ein guter Gedanke… Als Tim uns dann aber am nächsten Morgen 10 Minuten vor dem Check-Out aufweckte, fingen wir zunächst an zu lachen und entschieden uns dann völlig verpennt noch eine Nacht länger in Paihia zu bleiben 😛 Allerdings mit dem Versprechen am Donnerstag aufzubrechen. Der Mittwoch wurde dennoch zu einem richtig gelungenen Tag. So trafen wir uns nicht nur mit zwei Mädchen aus der Anfangsgruppe, die ebenfalls in Kerikeri waren und hatten einen amüsanten Abend, sondern wir durften auch frisch gefangenen und selbst zubereiteten Fisch im Hostel probieren.

Nach einer ordentlichen Portion Schlaf, einem sehr obstigen Frühstück und hoch motiviert machten wir uns also auf den Weg nach Kerikeri. Unser erster Stopp war ein Supermarkt, an dem wir uns mit genügend Wasser und Bretzeln eindeckten. Draußen fragte uns ein Mann, ob wir mit ihm nach Kerikeri fahren wollten, da es zu Fuß doch etwas extrem sei. Wir lehnten dankend ab, waren wir uns doch sicher, die Strecke rechtzeitig bis zum Abend zu meistern.

Ich kann Euch so viel sagen: Wir haben es bestimmt zehn Mal bereut nicht mitgefahren zu sein 😀 Die Strecke war echt schön, das Wetter war perfekt zum Wandern und wir waren wirklich motiviert (Tim ganz besonders, denn er jagte uns mit seinem schnellen Tempo über den Wanderweg), doch der über 20 Kilo schwere Rucksack, das ständige Bergauf-Bergab und kein Ende in Sicht, machten uns sehr zu schaffen. Zu allem Überfluss wurde mir klar, dass ich mit einem vergleichsweise günstigen Rucksack an der falschen Stelle gespart hatte…

Nach über sechs Stunden Qual erreichten wir das Ende des Weges. Dort waren allerdings kein Kerikeri und auch kein Schild zu sehen. Wir waren nicht mehr auf der Wanderroute. Da wir aber nicht umdrehen wollten schlugen wir uns durchs dichte Gebüsch. Tim lief vorne weg und kümmerte sich um sämtliche Spinnenweben, die uns das Leben schwer machen wollten (danke Tim xD). Irgendwann kamen wir dann an einen kleinen Bach und mussten diesen höchst spektakulär überqueren 😀

Auf der anderen Seite fanden wir uns auf einem fremden Grundstück wieder – zum Glück waren wir nicht in Amerika 😀 Wir fragten zwei Männer, die draußen arbeiteten, wo es zur Straße geht und erfuhren von ihnen, dass wir durch meine Querfeldein-Route fast vier Kilometer abgekürzt hatten.

Glücklich und zufrieden bedankten wir uns und liefen zur nahe gelegenen Hauptstraße, wo Josie uns dann einsammelte und Max und Tim zum Hostel und mich zum Haus brachte. Dort angekommen stürzte ich mich auf das vorbereitete Abendessen und viel danach total erschöpft ins Bett.

Wohnen in Karekare – Woche 2

02.09.-08.09.2019 – Voller Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer in Kerikeri wollte ich die zweite Woche noch hilfreicher sein und mich so für die freundliche Aufnahme in die Familie erkenntlich zeigen. Mit dieser Einstellung erarbeitete ich mir in den ersten Tagen den Titel “Holzspaltmeister“, da ich einen riesigen Holzhaufen in kürzester Zeit zerkleinerte und den frisch gebauten Unterstand mit Holz vollstapelte.

Während ich also draußen das schöne Wetter genoss und zu Rock ‘n‘ Roll das Holz zerschnitt, kümmerte Andy sich drinnen weiter um die Küche. Er legte die letzten Fliesen, schraubte weitere Wandplatten an und schnitt auch schon die erste Arbeitsplatte zurecht.

Aber nicht nur die Arbeit lief gut, auch die Beziehung zu den Familienmitgliedern verbesserte sich in dieser Woche enorm. Mit den Kindern machte ich noch viel mehr Späße und wir lachten noch mehr als in der ersten Woche 😀 und auch mit den Eltern hatte ich jede Menge Spaß. Sei es der Filmabend mit Kathie, an dem wir uns Avengers: Endgame anschauten und ich ihr immer wieder erklären musste, welcher Charakter woher kommt und wer nun zu wem gehört 😛 oder tiefgehende Gespräche mit Andy über die Ehe und über Teile der Bibel.

Das erste Highlight der Woche ware eine 30-minütige Wandertour den Berg hinunter zum Strand, an dem ich, so lieb ich die Kinder auch hatte, dann endlich mal für mich alleine war 😊 Ganz besonders gefiel mir die wunderschöne Landschaft, die mir auf dem Weg zum Strand entgegenstrahlte und die Ruhe am Strand, an dem nur das Getöse der Wellen zu hören war.

Das zweite Highlight war der Samstagabend an dem Andy meine Hilfe in seinem Pizzatruck brauchte, da er für eine Quizshow einer katholischen Mädchenschule im reichsten Viertel Aucklands angeworben wurde. Dort lernte ich nicht nur, dass man aus einem ziemlich heruntergekommener Truck einen traumhaften Pizzastand hervorbringen kann, sondern erlebte die Kochkünste von Andy hautnah (die Pizzen waren echt lecker 😛 ). Außerdem geriet ich ständig in kurze Gespräche mit den Eltern der Schülerinnen, die wissen wollten, wo ich herkomme 😊 Alles in allem war der Abend wirklich gelungen und die köstlichen Pizzen rundeten den Abend ziemlich gut ab 😛

Wohnen in Karekare – Woche 1

26.08.-01.09.2019 – Noch ehe mein Wecker klingelt werde ich bereits von Claire, die in mein Zimmer stürzt und auf mein Bett springt, aus dem Schlaf gerissen. Müde gucke ich sie fragend an und sie antwortet mir mit einem verschmitzten Lächeln 😀

Als ich mich dann endlich aus dem kuschelig-warmen Bett schäle und zum Frühstückstisch torkle lerne ich Katie, die Mutter der Familie kennen. Sie fragt mich ein bisschen über meine Ziele aus und nach dem Abwasch geht es dann auch an die Arbeit. Andy und ich beginnen die Wände, Fliesen und Teile der Decke aus der Küche zu entfernen (eher zertrümmern 😛 ). Nach vier Stunden effektiver Zerstörung habe ich bereits Feierabend… denke ich zumindest. Denn ich habe nicht mit den neugierigen Kindern gerechnet, die als sie gegen drei Uhr nach Hause kommen, alles über mich und meine Reise wissen wollen und gar nicht mehr aufhören mich zu belagern 😆 Am Abend fall ich überglücklich und geschafft ins Bett.

So oder so ähnlich laufen auch die nächsten Wochentage ab. Andy und ich arbeiten in der Küche, während die Kinder in der Schule sind und am Nachmittag bespaße ich die Kinder und lerne, was Familienleben in der Rolle der Eltern wirklich bedeutet Am Abend schaue ich noch einen Film, schreibe in meine Beiträge weiter, versuche meine Reise zu planen (was einfach nicht gelingen will), lese noch etwas in meiner christlichen Lektüre oder falle nur glücklich und erschöpft ins Bett.

Das Highlight der Woche erlebe ich dann am Freitag: Josie (eine Nachbarin), die Kinder und ich fahren gemeinsam ins Paradise zum Eislaufen. An der Eishalle angekommen stürzen sich die Kinder auch schon direkt aufs Eis. Johnny schafft es schon sich ohne Hilfe auf den Beinen zu halten, während Claire und Tasha eine Stützhilfe benutzen. In der ersten Runde bin ich es, der sich zuerst auf dem Hosenboden wiederfinden und so für einige Lacher unter den Kindern sorgt 😀 Daraufhin lecke ich dann allerdings Blut und werde von Runde zu Runde sicherer.

Nach einiger Einlaufzeit helfe ich dann auch Claire beim Laufen ohne Stützhilfe und auch Tasha nehme ich an die Hand und zeige ihr, wie man fährt (so gut ich es eben mit meinem fachlich korrekten Englisch erklären konnte 😉 ). Unzählige Ausrutscher und Lacher später finden wir uns alle hundemüde in Josie’s Auto wieder und während die Kinder bereits in das Land der Träume eintauchen unterhalte ich mich mit Josie.

Mitten im Gespräch schlägt Josie vor, ich könne doch mit ihr nach Kerikeri (einem weiter nördlich gelegenen Ort) fahren und dort im Haus einer Freundin für drei Wochen bleiben. Sie würde mir die Gegend zeigen und wenn ich mein eigenes Ding machen wolle, ginge das auch in Ordnung. Ich bin zunächst etwas irritiert über das großartige Angebot, doch als ich realisiere, was für eine geniale Gelegenheit sich mir hier bietet, sage ich sofort zu. Am Montag in einer Woche geht es los und die einzige Aufgabe, die wir dort haben, ist auf zwei süße Hunde aufzupassen… Besser geht’s nicht 🙂

Der erste Schritt

25.08.2019 – Heute morgen muss alles ganz schnell gehen. Das sind die Gedanken mit denen ich aufwache. Gedacht, getan. Schnell springe ich aus dem Bett und fange leise an meinen Rucksack zu packen (das erste Mal ganz alleine 😎 ). Eine halbe Stunde, also noch genügend Zeit für ein kleines Müsli und eine Speed-Dusche, denke ich mir. Die Zimmerkarte abgegeben RENNE ich auch schon zur 1 km entfernten Busstation. Alleine im Bus sitzend denke ich wieder über meine Erlebnisse und meine Erfahrungen nach und spüre Dankbarkeit für alles, was ich bisher erlebt habe.

Aus dem Bus gestiegen beginnt auch schon der Weg zu meinem Ziel: Der C3 Church. Diese wurde mir in Deutschland empfohlen und ich wollte die Chance auf einen Besuch ergreifen, solange ich noch in der Nähe Aucklands war. Nach etwa zwanzig Minuten erreiche ich den Eingang und werde vom Begrüßungsteam direkt herzlich empfangen 🙂 Einer der Männer bringt mich mit meinem Rucksack in den Gottesdienstraum und zeige mir einen Ort für mein Gepäck. Danach ergeben sich auch schon erste kurze Gespräche. Besonders interessant ist ein junger Neuseeländer, der ebenfalls Taekwondo macht und dessen Trainer die neuseeländischen Olympia-Kämpfer trainiert.

Ins Gespräch komme ich auch mit Andy, einem deutschen Ingenieur, der hier seine Liebe gefunden hat und nun mit seiner Familie auf einem riesigen Grundstück im Westen Neuseelands lebt. Er erzählt mir, dass er als WWOOF-Host registriert ist und ich erzähle ihm, dass ich als registrierter WWOOFER auf der Suche nach einem passenden Host bin.

Der Startschuss ins Abenteuer „Neuseeland“, wie sich später herausstellt…

Der Gottesdienst verläuft ähnlich zu dem, was ich aus der OASIS in Deutschland gewohnt bin. Es gibt coolen Lobpreis, eine spannende Predigt sowie Informationen, in welchen Gebieten die C3 Hilfe leistet. Nach dem Gottesdienst lerne ich weitere freundliche Menschen kennen, die mich über meinen Glauben, die Gemeinde in Deutschland, meine Person und mein Jahr in Neuseeland ausfragen.

Dann treffe ich Andy wieder und wir machen aus, dass ich mit zu ihm fahre und erstmal auf seiner Farm bleibe und ihm helfe. Dafür bekomme ich Essen und ein eigenes Zimmer (und noch viel mehr als das, wie ich in den nächsten Tagen erfahren werde). Ich hole also meinen Rucksack und will mich zunächst auf den Fahrersitz setzen… Ach ja! Dieser Linksverkehr… 😉

Auf der Autofahrt lerne ich dann seine Kinder kennen. Claire ist die Jüngste mit sechs Jahren, Johnny ist der einzige Junge und ist acht Jahre alt und Tasha ist elf Jahre alt. Alle sind ganz aufgeregt, wer denn da plötzlich mit ihnen im Auto sitzt. Auf der Fahrt erzählt Andy mir mehr von der Farm, sich selbst und der Arbeit, die vor uns liegt. Ich merke schnell, dass es sich hier um eine super freundliche und süße Familie handelt, an die ich mich noch in zehn Jahren erinnern werde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir dann am Haus, auf einem wirklich unüberschaubaren Grundstück an. Es sieht ziemlich heruntergekommen, aber dennoch richtig wohnlich aus. Und beim Betreten bestätigen sich die Vorahnungen, es ist ein ziemlich kaputtes Haus und dennoch extrem kuschelig. Ich bekomme mein Zimmer gezeigt und es ist wirklich richtig schön. Nachdem ich alles schnell irgendwo verstaut habe wird zunächst lecker zu Mittag gegessen. Anschließend fahren wir alle zum nahe gelegenen Strand und ich merke noch deutlicher, was für ein Segen diese Familie für mich ist. Nach einem köstlichen Abendessen und einem noch besseren Dessert falle ich schließlich überglücklich ins Bett.

Der Mount Eden

24.08.2019 – Heute stehe ich extra früh auf, um den unproduktiven Tag von gestern vergessen zu machen. Ich gehe also runter zum Frühstück und finde mich alleine vor einem kleinen Buffet wieder. Ich esse mich also erstmal richtig satt (das Abendessen konnte man ja nicht als Essen bezeichnen ;)). Anschließend mache ich mich auf den Weg zum nächstgelegenen „2degrees“-Shop, meinem zukünftigen Handyvertragspartner, den ich nach 6 stündigem Abwiegeln ausgewählt habe. Ich zahle ab sofort 19$ (was etwa 11€ entspricht) für 1,25 GB Datenvolumen, 200 Minuten und jeden Tag eine Happy Hour, in der ich so viel im Internet surfen kann, wie ich will.

Gegen Mittag gehe ich mit Tobias und Henri einkaufen, um der halben Gruppe meine Kochkünste vorzuführen. Eine gute Stunde später finde ich mich also in der Küche wieder, manage meine eigene Kochgruppe und kümmere mich gleichzeitig um 4 Pfannen auf zwei unterschiedlichen Herden. Von Antonia (einer weiteren Teilnehmerin) bekomme ich die Frage gestellt, ob ich nicht Koch werden möchte, was ich allerdings vorerst verneine 😀

Allen schmeckt mein Essen ausgezeichnet, was sich deutlich an den 4 Nachholportionen von Leon und Tobias zeigt. Nachdem alle gesättigt sind wird gemeinsam abgespült und wir einigen uns auf ein 30 minütiges Nickerchen bevor wir den Mount Eden (einen Berg in Aucklands Umgebung) besteigen.

Während alle aus der Gruppe zunächst 30 Minuten zu Fuß zum Mount Eden laufen, gönnen Tim und ich uns eine Extrawurst. Wir schnappen uns die E-Scooter (die dieses Mal glücklicherweise funktionieren :roll:) und rasen an den anderen vorbei zum Berg. Es war ein rasantes und unterhaltsames Rennen, das ich nur dank des leeren Motors von Tim gewinnen konnte, sorry Tim ❤

Gemeinsam mit der Gruppe machen wir uns anschließend daran, den Berg zu besteigen. Ehrlich gesagt keine allzu schwierige Aufgabe. Wir machten unzählige Bilder und genossen die unglaublich schöne Aussicht auf Auckland und das Meer am Horizont.

Am Berggipfel angekommen, wollten wir uns noch den Sonnenuntergang anschauen… Dieser wurde uns jedoch von einer riesigen Wolkenfront genommen :/ Naja, es war trotzdem ein wunderschöner Tag 🙂

Die ersten Tage

21.08.2019 – Endlich angekommen. Müde, glücklich und völlig überdreht steige ich aus dem Flieger und mache mich zusammen mit Annika auf den Weg zur Gepäckausgabe, um nur nach ein paar Minuten mit unseren schweren Rucksäcken Richtung Einreisekontrolle zu torkeln. Dort müssen wir zunächst einen kleinen, aber zeitaufwändigen Zettel ausfüllen, der anschließend nur halbherzig korrigiert wird. So kommt Annika beispielsweise mit einer völlig falschen Flugnummer durch die Kontrolle. Wir schreiten also noch durch die letzte Tür, um uns den wartenden Work-and-Travel-Teilnehmern anzuschließen.

Nach etwa einer halben Stunde lernen wir dann auch die letzten Mitglieder unserer deutschen Reisegruppe kennen: Denn bei Tim und Max hatte die Behörde scheinbar doch etwas genauer hingeschaut.

Nun, da wir jetzt ja vollständig waren, gingen wir geschlossen zum Bus, der uns auf direktem Wege zum Hostel in Central Auckland brachte. Die Zimmer wurden bezogen, die ersten Einkäufe gemacht und ausgiebige Gespräche über Pläne und Ziele geführt. Ich machte anschließend eine kleine Erkundungstour durch die Innenstadt Aucklands und endete anschließend in einer Pizzeria, in der ich aufgrund mangelnder Auswahl (kein Thunfisch xD) Hähnchenkeulen bestellte. Für alle Teilnehmer ging es früh ins Bett, denn ein jeder wollte dem anklopfenden Jetlag entgehen.

22.08.2019 – Nach einer etwas unruhigen, aber dennoch erholsamen Nacht und einem eher mau ausfallenden Frühstück standen wir alle 10 Minuten zu spät im Office unseres Reiseveranstalters. Dort wurden wir dennoch herzlichst begrüßt und in den Präsentationsraum gebeten, der uns den halben Tag lang mit allen nötigen Infos rund um Neuseeland und das Work-and-Travel-Leben versorgen sollte. Damit noch nicht genug verabredeten wir uns mit den Mitarbeitern des Büros für den Abend zu einer Bar Crawl, an der mir besonders das Tanzen mit Tim in der zweiten Bar Spaß bereitete. Müde und überglücklich viel ich um Mitternacht ins Bett.

23.08.2019 – Der nächste Morgen begann zunächst mit einem Schreck für mich. Plötzlich stand da ein Junge aus dem Bett unter mir auf. Schnell stellte sich heraus, dass er ebenfalls aus Deutschland kam und bereits einen Monat hier war und am Abend vorher in mein Zimmer einquartiert wurde. Ich freute mich über seine gesammelten Erfahrungen, die er bereitwillig mit mir teilte.

So gut der Morgen dank der vielen guten Ratschläge auch angefangen hatte, so wurde der Samstag doch ein echter Reinfall. Um 12 Uhr zog ich los in die Stadt, um mich um meinen Handyvertrag, meine Kreditkarte, mein Bankkonto sowie meine Steuernummer zu kümmern.

Den ersten Rückschlag erlitt ich bereits nach wenigen Minuten, als ich mit meiner in Deutschland teuer erworbenen Kreditkarte plötzlich doch Gebühren am Automaten zahlen musste (einige Automaten berechnen eine 3$ Gebühr). Der zweite folgte nur kurze Zeit später, als ich auch meine Sim-Karte ohne neuseeländisches Konto nicht aktivieren konnte. Gehetzt rannte ich zur etwa 50 Minuten entfernten Bank, um den Banktermin pünktlich wahrnehmen zu können und erzählte dort angekommen zunächst Tim und Tobias von meinem erfolglosen Tag.

Der Banktermin verlief dahingegen reibungslos und unkompliziert. Das Problem erkannten wir erst, als wir beim Verlassen der Bank bemerkten, dass uns nicht einmal mehr eine Stunde für den Rückweg zum Office blieb. Das war problematisch, da wir die Steuernummer noch beantragen mussten, um in Neuseeland als arbeitsfähig zu gelten.

Doch ich schien die rettende Idee zu haben. Wir luden uns alle die E-Scooter-App runter und wollten mit den Rollern schneller beim Office sein. Doch zum einen wurden uns die Roller vor der Nase weggeklaut, zum anderen war der erste Roller, den wir uns schnappten kaputt und so gurkten wir ohne Motor 14 Minuten durch Auckland, nur um den Roller wieder zu deaktivieren.

Total geschafft und schlecht gelaunt, u.a. auch weil wir seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, setzten wir uns in ein chinesisches Restaurant und bestellten uns etwas zu essen. Als unser Essen dann allerdings serviert wurde, sah mein Teller nicht aus wie auf dem Bild, sondern glich mehr einer willkürlich zusammengematschten Soße, die man nicht so wirklich anrühren mochte…

Abschied und Aufbruch

19.08.2019 – Heute geht es los… Ich habe unerwartet ruhig, aber dennoch kurz geschlafen. Um sieben Uhr stehe ich auf und frühstücke zunächst. Dann verabschiede ich mich von Eric und Niklas. Mit Mama zusammen wird der Rucksack gepackt (ja, erst am Abreisetag – das bringt Glück… oder unnötigen Stress, ich weiß es nicht mehr genau :D) und ins Auto verfrachtet. Dann düsen wir auch schon mit 50 km/h (zu viel) zum Bahnhof, um den Zug noch zu erreichen, nur um dort zu erfahren, dass er sich um 15 Minuten verspätet.

Naja, im überfüllten Zug ohne Sitzplatzreservierung angekommen, mache ich mir den Tipp von Eric zunutze: Ins Bistro setzen und ein Getränk bestellen.

Dort sitze ich also, an meinem heißen Kakao nippend und denke über die Abschiedsfeier vom Vorabend, über zurückgelassene Freunde und Verwandte und vor allem über das große Abenteuer, das nun vor mir liegt nach.

Viel zu früh erreiche ich den Frankfurter Flughafen und vertreibe mir die Zeit mit einem leckeren Menü und einem Telefonat mit Merlin. Als ich dann endlich mein Gepäck aufgeben will, sehe ich mich einer meterlangen Schlange gegenüber und kann es im ersten Moment kaum glauben, dass so viele Menschen in einem Flugzeug mitfliegen.

Eine unendliche Zeit später ist mein Gepäck auf dem Weg ins Flugzeug und ich marschiere durch die Sicherheits- und Passkontrolle bis zum Gate, nur um dort erneut über eine Stunde warten zu müssen. Die einzige Erfrischung: Merlin, der mir bereits seit Stunden am Telefon zur Seite steht und sich mein Gemecker über die langen Wartezeiten anhören muss. Danke Merlin ❤

Endlich im Flieger angekommen, starten wir auch gleich in Richtung Dubai. Glücklicherweise gibt es zur Unterhaltung Filme, Musik und etwas Warmes zu Essen.

20.08.2019 – In Dubai angekommen sprinte ich durch die Gepäckkontrolle direkt zum nächsten Gate durch – natürlich nicht ohne unterwegs über die in Dubai stattfindende EXPO 2020 ausführlich informiert zu werden. Auch hier geht es schon bald in den Flieger, wo ich Annika kennenlerne. Zufälligerweise eine Gleichgesinnte, die ebenfalls mit einer Organisation nach Neuseeland fliegt, um sich dort ihren Traum zu erfüllen. Wir tauschen uns ein bisschen aus und ich merke schnell, dass sie in der Vorbereitung fleißiger war als ich. Auf sie wartet nämlich bereits ein eigenes Auto mit dem sie 6 Monate durch Neuseeland touren möchte um das richtige Van-Feeling zu erleben.

Die 16 Stunden Flug vergehen erstaunlich schnell, wenn auch nicht ohne Schlafstörungen. Sei es die Stewardess, die nicht zu merken scheint, dass jemand mit geschlossenen Augen meist am Schlafen ist, oder die Turbolenzen, die ein ruhiges Liegen beinahe unmöglich machen.

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